Wie läuft eine alternative Schmerztherapie ab?

Behandlungsvorgang bei der Schmerzbehandlung darstellt mit Männchen

Beim Angebot der alternativen Schmerztherapie im SportsGeist Heilbronn handelt es sich um ein weitläufiges Angebot. Darunter fallen alle körperlichen Beschwerden, aber auch Beschwerden, bei denen die Ursachen im organischen oder neurologischen Bereich liegen. Ihr persönliches Krankheitsbild entscheidet, welche Form zur Linderung der Schmerzen oder Verbesserung der Bewegungseinschränkung eingesetzt wird. Dies erfolgt durch die Behandlung mittels Weichteiltechniken, Wärmeanwendungen und verschiedenste Bewegungsübungen.

Weichteltechniken

  • Faszientherapie
  • Triggerpunkttherapie
  • Akupressur / Osteopressur

Faszientherapie

Das Fasziengewebe ist das allseits bekannte Bindegewebe. Mittlerweile ist bekannt, dass dieses Fasziengewebe aus über 90 Billionen Zellen besteht und ein drei dimensionales Netz um die Muskeln bildet. Ohne dieses Gewebe wäre keine Struktur im Körper vorhanden. Das Fasziengewebe übernimmt dabei eine Stütz- und Haltefunktion. Aufgrund von Bewegungsmangel, einseitiger Bewegung und fehlerhafter Bewegung, kann dieses Gewebe verfilzen / verkleben und sich, zusammen mit dem Muskelgewebe, verkürzen. Dadurch entstehen 95% aller orthopädischen Schmerzen. Beispielsweise der Bandscheibenvorfall im HWS, BWS und LWS Bereich, ein Fersensporn, Arthrose, Rheuma, Kopfschmerzen jeglicher Art, Hüft- / Beckenschmerzen und viele weitere Schmerzsymptomatiken.

Bei einer Faszientherapie wird durch ein sogenannter "Fascien-Release" das betroffene Fasziengewebe von Verklebungen gelöst und die Verkürzungen reduziert. Anschließend bekommen betroffene Personen verschiedenste Fasziendehnübungen mit nach Hause, um nachhaltig das Fasziengewebe zu lösen und die Schmerzen zu lindern.

Triggerpunkttherapie

Bei der Triggerpunkttherapie werden sogenannte aktive Triggerpunkte im schmerzbehafteten Bereichen aufgesucht und mittels Druck aufgelöst. Dabei handelt es sich um Ablagerungen im Muskelgewebe, welches aus Abfallproduktion und vor allem Eiweiß besteht. Triggerpunkte können Durchmesser von einem Milimeter bis 2-3 cm annehmen. Sind die Triggerpunkte erst einmal gelöst, tritt meistens sofort eine Linderung des Schmerzes ein, sodass auch Bewegungseinschränkungen wie durch Zauberhand verschwinden. Die Triggerpunkttherapie wird meistens vor einer "Fascien-Release" Behandlung angewendet, um das Muskel- und Fasziengewebe lockerer zu bekommen, damit auch direkt an der Faszie gearbeitet werden kann.

Akkupressur / Osteopressur

Eine der wirkungsvollsten und effektivsten Behandlungsmethoden ist die Akkuspressur / Osteopressur. Schmerzen entstehen immer im Gehirn, niemals lokal. Das Gehirn entscheidet, ob Schmerz geschaltet wird oder nicht. Das hängt einerseits damit zusammen, ob eine gewisse Toleranzschwelle überschritten wird oder nicht. Wird diese überschritten, kommt es zu Schmerz der von betroffenen Personen wahrgenommen wird. Im Gehirn gibt es zwei Strukturen / Areale die dafür relevant sind. Einmal die Basalganglien und das Periaquäduktales Grau (PAG).

Die Basalganglien speichern Bewegungsprozesse ab, auf die sekündlich zurückgegriffen wird. Diese Bewegungsprozesse verändern sich aber auch täglich. Die Veränderung ist an das Muskel-Faszien-System und verschiedene Gelenkrezeptoren gekoppelt. Verändert sich das Muskel-Faszien-System, so verändert sich auch das Bewegungsprogramm in den Basalganglien.

Damit ein Schmerz im Gehirn entstehen kann, muss es dementsprechend auch Strukturen geben, die Impulse übermitteln. Das sind sogenannte Nozizeptoren und Mechanorezeptoren. Die Mechanorezeptoren reagieren auf Druck und Vibration und die Nozizeptoren sind spezielle Schmerzrezeptoren. Beide Rezeptorenarten sitzen jeweils im Ursprung und im Ansatz eines jeden Muskels. Diese Rezeptoren haben eine direkte Verbindung zum PAG. Das bedeutet, die Impulse werden an das "Schmerzzentrum" im Gehirn weitergeleitet und lösen, wenn die Toleranzschwelle überschritten wird, Schmerz aus.

Verändert sich das Muskel-Faszien-System, so werden die Bewegungsprogramme in den Basalganglien umgeschrieben. Die Bewegung wird also angepasst. Diese Anpassung kann lange gut gehen und die Rezeptoren senden nur abgeschwächte Impulse, sodass kein Schmerz entsteht. Wenn aber ein gewisses Maß an Faszien- und Gelenkspannung, durch Verkürzungen und Verklebungen in den Faszien erreicht ist, entsteht Schmerz durch das PAG.

Bei der Akkupressur / Osteopressur kann man diesen Schmerz manuell ausschalten, in dem die betroffenen Ursprünge und Ansätze, in denen die Rezeptoren sitzen, gezielt manipuliert und einen "Reset" durchführt, sodass dem Gehirn vorgespielt wird, dass die Spannung in den Faszien und dem Muskel sich reduziert haben und kein warnender Schmerz mehr nötig ist. Daraufhin ändert sich auch wieder das Bewegungsprogramm in den Basalganglien. So können Fehlstellungen und Schmerzen mit einer Behandlungsmethode beseitigt werden.

Wie ist eine alternative Schmerztherapie aufgebaut?

Zunächst wird eine ganz umfassende Anamnese (Krankheitsgeschichte) durchgeführt. Diese beginnt mit einem persönlichen Gespräch zu ihrer Krankheitsgeschichte. Anschließend erfolgt die Palpation (Abtasten) und die Inspektion (Anschauen, Beobachten). Alle diese Faktoren bilden den Momentanzustand auf dem die Therapie aufgebaut wird. Am Ende dieses Prozesses, welcher in der Regel eine halbe bis ganze Sitzung von 30 Minuten benötigt, abhängig von Symptomatik und Ausprägung der Krankheitsgeschichte, werden ihre Ziele festgelegt. Sie sprechen mit mir über ihre Vorstellungen, welche Veränderungen Sie im Laufe des Behandlungszeitraums erwarten und sich wünschen.
Anschließend erstelle ich einen Behandlungsplan mit ihrem Ziel als Hauptziel und weiteren, einzelnen Behandlungszielen, die auf das Hauptziel aufbauen. Nachdem dieser Behandlungsplan fertiggestellt ist, kann die Schmerzbehandlung individuell auf Sie angepasst, erfolgen.

Nun ist es von ihren Symptomen und dem Grad der Ausprägung abhängig, welche Therapieform benutzt wird. Meistens wird eine Weichteiltechnik ausgewählt mit der begonnen wird. Nach einer Sitzung sollte sich direkt eine Besserung bemerkbar machen. Entweder in Form der Schmerzreduktion oder der Verbesserung des Bewegungsausmaßes. Sollten Sie sehr schmerzempfindlich sein, so dass der schmerzbehaftete Bereich nicht ohne weiteres berührt werden kann, erfolgt zunächst eine Wärmeanwendung (Fango, heiße Rolle). Dies hat den Zweck die Muskulatur vorab zu entspannen. Sie entscheiden gemeinsam mit mir, ob eine Weichteiltechnik angewendet werden kann, ohne das übermäßige Schmerzen bei Ihnen entstehen.

Im Laufe der Behandlungen kristallisiert sich immer mehr heraus, welche Weichteiltechnik, Wärmeanwendung oder Bewegungsübungen Ihnen am meisten zusagt und den besten Erfolg zeigt. Ihr persönliches Empfinden wird durchweg berücksichtigt und die Therapie dementsprechend angepasst.

Als unterstützende Therapiemethode ist eine Kinesiotape Behandlung zu empfehlen. Diese unterstützt als nachversorgendes Element die Weichteiltechniken.